Rückblick neuLand BAUKONGRESS 2017

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Nur reden bringt nicht`s

Es war eine spannende „neuLand“ 2017


Unter dem Titel „Zukunft Klima: Neues Denken. Planen. Bauen“ fand am 2. März der neuLand Baukongress im Europacenter der Messe Wels statt. Im Rahmen der umfangreichen Energiesparmesse konnte sich das zahlreich erschienene Fachpublikum an einem bunt gemischten Vortrags-Programm erfreuen. Zahlreiche hochkarätige Referenten sorgten für neue Erkenntnisse, Staunen, Diskussionen und damit für einen unvergesslichen Tag.

Die Vortragsreihe begann mit einem spannenden Einstieg in die Welt des menschlichen Gehirns. Univ. Prof. Dr. Roland H. Grabner referierte anschaulich über Denkprozesse und berichtete über Mythen und Fakten zu unserem Gehirn. Kleine Test-Beispiele aus der Praxis rüttelten das Publikum so richtig wach und so waren alle Gehirne bestens aufnahmefähig für die weiteren Programmpunkte.


Es folgte der Vortrag zum Thema „Eine echte Energierevolution statt einer verkorksten Energiewende zur Rettung des Weltklimas“ von Prof. Dr. Volker Quaschning. Er veranschaulichte auf beeindruckende Weise, wie schnell wir uns einer weltweiten klimatischen Katastrophe und deren Folgen nähern, wenn wir nicht möglichst schnell handeln - und zwar mit äußerster Konsequenz.
 
Das nachfolgende ImpulsgesprächzwischenDr. Quaschning und DI Peter Traupmann von der Österreichischen Energieagentur zeigte die Ansätze zum Thema aus der Sicht von Theorie und Praxis und lud alle Zuhörer zum Nachfragen und Mitdiskutieren ein.
 
Nach einer erholsamen Mittagspause, in der das Kongresspublikum Zeit für Gespräche und einen Messebesuch hatte, ging es weiter mit einem informativen Vortrag der PhysikerinDr. Eva Güntherder BASF Construction Chemicals GmbH zu effektiven Dämmmethoden und -stoffen der Gegenwart und Zukunft.


Wie sehr sich die Raumluftqualität auf unsere Gesundheit auswirkt und welche sinnvollen Maßnahmen es zu diesem Thema beim Bauen zu beachten gilt, konnte man dem interessanten Vortrag von Dipl. Natw. ETH/SIA Roger Weberaus der Schweiz entnehmen.
 
Prof. Dr. (FH) Christian Heschl, ein Experte für Gebäudetechnik, ergänzte das Spektrum perfekt mit seinen fachspezifischen Ausführungen zum Thema „Energieversorgung von Gebäuden“.
Mit dem attraktiven Thema „Responsive Cities“, welches Prof. Dr. Gerhard Schmittvon der ETH Zürich zum Besten gab, machte der Bogen der Vortragsreihe eine neue, sehr interessante Wendung. Er veranschaulichte, wie wichtig ein attraktives, nachhaltiges Zusammenleben in größeren Städten für uns Menschen ist und immer mehr sein wird.
 
Der QuerdenkerUniv. Prof. Arch. DI Klaus Kadaschloss mit kritischen Reflexionen über Architektur und (Energie)Politik die Runde an Fachvorträgen und sorgte für viel Gesprächsstoff.
Ein abschließendes, angeregtes Impulsgespräch zwischen den Referenten bezog das aufmerksame Publikum nochmals mit Fragen und Stellungnahmen mit ein.
 
Moderator Volker Piesczek führte charmant und sehr kompetent durch den Tag und entließ das Publikum im vollen Saal schließlich in die lange Nacht des Bauens in der Messehalle.
 
 
Ausführliche Infos und Interviews mit den Referenten können Sie demnächst im Passivhaus-Magazin 2017 nachlesen!

Vorträge – neuLand Baukongress 2017

Univ.-Prof. Dr.
ROLAND H. GRABNER
Professor für neurowissenschaftliche
Begabungs- und Lernforschung

Univ.-Prof. Dr. ROLAND H. GRABNER

Neues Denken – Mythen und Fakten über unser Gehirn

Komplexe Probleme lösen, neues Wissen aufbauen, innovative Ideen entwickeln. Die psychologische und neurowissenschaftliche Forschung führt laufend zu neuen Einsichten, wie diese Denkprozesse in unserem Gehirn ablaufen. Dabei wurden manche Vorstellungen, die seit einigen Jahren bestehen und weit verbreitet sind, als wissenschaftlich nicht haltbare Mythen entlarvt. In diesem Vortrag wird ausgehend von diesen Mythen ein Streifzug durch unser Gehirn unternommen, der zu einem besseren Verständnis dessen Funktionsweise und zur Beantwortung der Frage, wie wir unser Denken optimieren können, beitragen soll.

 

Zur Person:

Seit 2014 ist Roland H. Grabner (geb. 1975) Professor für neurowissenschaftliche Begabungs- und Lernforschung am Institut für Psychologie der Universität Graz. Nach seiner Promotion (2005) war er in Forschungsprojekten an der Technischen und Medizinischen Universität Graz beschäftigt und wechselte 2007 an die ETH Zürich, an der er 2012 habilitierte. Vor seinem Wechsel zurück nach Graz war er von 2012 bis 2014 Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Göttingen. Neben seiner Forschung zu den Grundlagen von Begabungsunterschieden und Lernprozessen ist Roland H. Grabner auch in der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Lehrpersonen engagiert.

 

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„Klimaschutz braucht die Energiewende! 
Herausforderungen – Risiken – Chancen“

Foto: Silke Reents

Prof. Dr. VOLKER
QUASCHNING
Fachgebiet Regenerative
Energiesysteme an der
Hochschule für Technik und
Wirtschaft HTW Berlin

Prof. Dr. VOLKER QUASCHNIG

Eine echte Energierevolution statt einer verkorksten Energiewende zur Rettung des Weltklimas

Um den globalen Temperaturanstieg gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss unsere Energieversorgung bereits im Jahr 2040 ganz ohne Erdöl, Erdgas und Kohle auskommen. Weder Deutschland noch Österreich haben dafür die nötigen Weichen gestellt. Der Vortrag zeigt die erforderlichen Maßnahmen für das Erreichen der Klimaschutzziele und den Aufbau einer kostengünstigeren Energieversorgung als heute.

 

Zur Person:

geboren: 1969 in Leonberg (Baden Württemberg); 1988-1993: Studium Dipl.-Ing. Elektrotechnik an der Universität KIT Karlsruhe; 1993-1996: Promotion an der Technischen Universität TU Berlin; 1996-2000: Habilitation an der TU Berlin zu Strukturen einer klimaverträglichen Energieversorgung;
1999-2004: Projektleiter für solare Systemanalyse beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR Außenstelle Plataforma Solar de Almería, Spanien; seit 2004: Prof. für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin, Sprecher für den Studiengang Regenerative Energien;

 

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Klimaschutz verändert das Bauen!

Dr. EVA GÜNTHER
BASF Construction
Solutions GmbH,
Trostberg

 

Dr. Eva Günther

Wie dämmen wir in Zukunft?
Herausforderungen und neue nachhaltige Entwicklungen

Passivhaus, Bauen im Bestand, Fertigbau – je nach Bauaufgabe werden verschiedene Anforderungen an Gebäudedämmung gestellt. Hocheffiziente, transparente oder schaltbare Dämmungen erweitern den architektonischen Gestaltungsspielraum. Was ist physikalisch überhaupt möglich, wo liegen Grenzen des technisch Machbaren und Sinnvollen? Was zeichnet aktuelle Produktneuentwicklungen aus?

 

Zur Person:

Die Autorin spezialisierte sich im Laufe ihres Physikstudiums (TU München) auf Energiewandlung und Materialphysik, und fasste Diplomarbeit und Promotion am ZAE Bayern im Themenbereich der thermischen Energiespeicherung ab. Ihre Erfahrung in anwendungsorientierter Materialforschung, insbesondere auch für Bauanwendungen, führte sie im Jahr 2012 zur BASF Construction Chemicals GmbH nach Trostberg. In ihrer aktuellen Position ist Frau Dr. Günther als technologisches Backoffice und Labor für die Markteinführung neuer Dämmstoffe und in der Erforschung weiterer integrierter Bausysteme tätig.

 

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Dipl. Natw. ETH / SIA
ROGER WAEBER
Leiter Fachstelle Wohngifte im Direktionsbereich Verbraucherschutz, Bundesamt für Gesundheit BAG, Bern, Schweiz

Dipl. Natw. ETH / SIA ROGER WAEBER

„Dicke Luft in der Wohnung? – Raumluftqualität, Gesundheit und Maßnahmen beim Bauen“
Die Qualität unserer Raumluft ist von großer Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden

Verunreinigungen der Raumluft lassen sich mit Maßnahmen an den verschiedenen Quellen reduzieren oder vermeiden. Eine gute Raumluftqualität in genutzten Räumen erreichen wir aber nur dann, wenn die Räume auch genügend durchlüftet sind. Dies ist bei den heutigen luftdichten Gebäudehüllen keine Selbstverständlichkeit.

 

Zur Person:

Roger Waeber hat 1995 das Studium Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich mit Vertiefung in Umwelthygiene abgeschlossen. Von 1995 bis 1999 arbeitete er am ehemaligen Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH Zürich im Bereich Lufthygiene und spezialisierte sich auf die Thematik der Innenraumluftqualität. Im Januar 1999 wechselte er ins Bundesamt für Gesundheit BAG, Bern und leitet dort seit 2005 die Fachstelle Wohngifte.

 

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Foto: FH Burgenland GmbH

Prof. (FH) DI (FH)
Dr. CHRISTIAN HESCHL
Fachhochschule
Burgenland GmbH

 

Prof. (FH) DI (FH) Dr. CHRISTIAN HESCHL

Energieversorgung von Gebäuden – Quo vadis?

Ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Energiepolitik ist die Entwicklung einer nachhaltigen und unabhängigen Energieversorgung mit möglichst geringen CO2-Emissionen. Dieses Ziel kann nur durch eine Erweiterung der dezentralen, erneuerbaren Energieversorgungssysteme erreicht werden. Die damit verbundene Zunahme an intermittierenden Versorgungseinheiten zwingt uns zu neuen innovativen Ansätzen. Innerhalb des Vortrages wird der in diesem Zusammenhang zu erwartende technologische Wandel diskutiert.
 

Zur Person:

Christian Heschl studierte Gebäudetechnik an der FH-Pinkafeld und Maschinenbau an der TU Graz. Er ist FH-Professor für Thermo- und Fluiddynamik und Leiter des Master-Studiengangs „Gebäudetechnik und Gebäudemanagement“ an der FH Burgenland sowie Leiter des „Building Technology Centers“ der Forschung Burgenland. Er war Key Researcher in mehr als 70 Forschungsprojekten mit dem Themenschwerpunkt „Optimierung von Energie-, Gebäude-, und Umweltverfahrenstechnischen Prozessen“. Von 2009 bis 2013 war er Leiter des Josef Ressel-Zentrums „CFD-Centre Austria“.

 

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Energiewende schafft neue Wohn- & Baukultur!

Prof. Dr. GERHARD SCHMITT,
ETH Zürich, Professur
für Informationsarchitektur

 

Prof. Dr. GERHARD SCHMITT

Responsive Cities
Zukunftsstädte müssen attraktiv, nachhaltig und resilient sein

In diesen „Responsive Cities“ ist die Bevölkerung von Beginn an in der Planung und im Management der Stadt aktiv. Dazu dienen urbane Daten und Vorschläge, die Bürgerinnen und Bürger über die Infrastruktur der „Smart City“ einbringen. Eine Basis ist das Modell des urbanen Metabolismus, mit dem sich bestehende und neue Städte dynamisch planen lassen.


Zur Person:

Gerhard Schmitt ist Professor für Informationsarchitektur an der ETH Zürich, Sprecher des „Responsive Cities“ Scenarios am Future Cities Laboratory und Gründungsdirektor des Singapore-ETH Centre. Seine Forschung fokussiert auf Stadtsimulation, Smart Cities und der Verlinkung von Big Data und Städtebau. Die seit 2014 im Informationsarchitektur-Team entwickelten Massive Open Online Courses erreichen mehr als 50‘000 Studierende in 165 Ländern. Seit 2008 vertritt Gerhard Schmitt als Delegierter des Präsidenten die Globalisierungsstrategie der ETH Zürich mit dem ETH Global Team.

Foto: Carl Brunn

Univ. Prof. Arch. DI
KLAUS KADA,
kadawittfeldarchitektur,
Graz, Aachen, Berlin

 

Univ. Prof. Arch. DI Klaus Kada

Reflexionen über Architektur und Energiepolitik

Architekt Klaus Kada ist ein Querdenker. Er betrachtet das Bauen als komplexen Vorgang mit all seinen Widersprüchen.
In seinem Vortrag „Reflexionen über Architektur und Energiepolitik – auf der Suche nach einer offenen Gestaltung für eine menschliche Zukunft“ wird er auf eine Reise durch seine Gedankenwelt entführen, den einen oder anderen Denkanstoß geben und Horizonte erweitern.


Zur Person:

Klaus Kada, geboren 1940 in Leibnitz, Steiermark, besuchte die Höhere Technische Lehranstalt für Hochbau und studierte danach Architektur an der Technischen Hochschule/Graz. Als junger Architekt arbeitete er in Düsseldorf und Graz und eröffnete 1976 ein Büro in Leibnitz, bis 1985 Zusammenarbeit mit Gernot Lauffer. Mit dem Um- und Zubau der Sparkasse Bad Radkersburg und dem Glasmuseum Bärnbach gelangen erste weit über die Grenzen Österreichs hin-ausweisende Bauwerke. Es folgten viele Wettbewerbserfolge, ein zweites Büro in Graz, 1992 der Ruf als Gastprofessor nach Bremen, 1993 nach München, 1994 als Hochschulprofessor an die RWTH Aachen für Gebäudelehre und Entwerfen und 1996 die Gründung eines Büros in Aachen, das er seit 1999 in Partnerschaft mit Gerhard Wittfeld und seit 2012 mit Kilian Kada als weiteren Partner führt.