Bayerischer Denkmalpflegepreis 2010: „Oscar der Denkmalpflege“

 

 

IG Passivhaus Tirol Vorstands-Mitglied erhält Bronze für Bauernhaus in Obermaiselstein

 

Denkmalpreis

 

München/Obermaiselstein-Ried (07.09.2010). Staatsminister Joachim Herrmann und Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, haben Anfang September im Neuen Schloss Schleißheim den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2010 verliehen. Mit der Auszeichnung, die als „Oscar der Denkmalpflege“ gilt, würdigen die Kammer und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege das Engagement privater und öffentlicher Bauherren, die sich in vorbildlicher Weise für denkmalgeschützte Bauwerke in Bayern eingesetzt haben. In der Kategorie „Private Bauwerke“ ging Bronze an ein Bauernhaus in Obermaiselstein, Ortsteil Ried.

Bauherren des Projektes sind Stefanie und Mathias Kappeler. Als Verantwortliche beteiligt waren außerdem Architekt Franz Vogler aus Oberstdorf, das Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch für die Tragwerksplanung (Kempten), Michael Karlinger für HSR/HSL (Oberstdorf) sowie IG Passivhaus Tirol Vorstandsmitglied Dipl.-Ing.(FH) Dieter Herz für die EnEV. Verantwortlicher Gebietsreferent des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege war Dipl.-Ing. Tobias Lange.

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Raumhöhen von nur 1,85 Meter beeinträchtigten die Wohnqualität erheblich. Das Haus sollte nach seiner Sanierung zeitgemäßen Wohnbedürfnissen entsprechen. Vorgabe war, die wertvollen Wand- und Deckenvertäfelungen und den historischen Fußboden in der Stube im Erdgeschoss zu erhalten. Durch das Anheben des Dachstuhls um 50 Zentimeter konnte eine lichte Raumhöhe von 2,05 Meter sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss erzielt werden. Besonders zu würdigen sind laut Jury die Detaillösungen bei der Anordnung der Wärmedämmung, der Fensterkonstruktion als Kastenfenster und der Verstärkung der Decke.

Staatsminister Herrmann betonte in seiner Rede die Bedeutung der Denkmalpflege: „Die Denkmalpflege will keine historischen Kulissen ohne Nutzwert schaffen, sondern historische Substanz mit Leben erfüllen und in die Zukunft integrieren“, so Hermann in seiner Rede. Historische Bauwerke prägten das Erscheinungsbild eines Ortes und seien wertvolle Kulturgüter. Der Minister ging auch auf die Herausforderungen beim Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes ein. Dies sei oft nur möglich, wenn eine zeitgemäße Nutzung gefunden werden könne, die mit moderner Technik einhergehe. „Ziel aller Beteiligten muss eine verträgliche und schonende Einbindung von neuen Elementen in historische Substanzen sein“, so Herrmann.

In der Kategorie „Private Bauwerke“, die mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, ging Gold an die Ritzmannhofer Mühle in Fürth (5.000 Euro). Silber ging an ein ehemaliges Wohnstallhaus im fränkischen Peuerling (3.000 Euro). Den dritten Platz teilen sich ein Wohnstallhaus in Oberndorf und ein Bauernhaus in Ried (je 1.000 Euro). Ausführliche Informationen zu den ausgezeichneten Bauwerken und viele weitere Fotos finden Sie ab dem 7. September unter www.bayerischer-denkmalpflegepreis.de.